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Wilhelmshöhe und Umgebung
Domäne Wilhelmshöhe
Schloß-Nebengebäude mit Schloßhotel
Wirtschaft am Herkules und Kaskaden-Restaurant
Im Bergpark Wilhelmshöhe
Straßenbahn-Endhaltestelle der Linie 1
Rammelsberg
Besondere Orte in Wilhelmshöhe und Habichtswald
(mit Unter-Inhaltsverzeichnis)
Das »Außenkommando Druseltal«
des KZ Buchenwald |
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Luftaufnahme über den Herkules und den Bergpark nach Osten.
Zwischen Park und Stadt, jenseits des Schlosses und der dunklen
Baumgruppen des unteren Parks, liegen die Felder der Domäne.
Postkarte von ca. 1960.*5

Luftaufnahme des Domänen-Gutshofs Wilhelmshöhe,
ca.1920.*4

Ca.1920: Mäharbeiten auf dem Domänengelände
am Rammelsberg.*4

Blick auf die Domäne, aufgenommen vom Dach der Klinik Dr.Greger.
Ganz links ist der Erker des Hauses Burgfeldstr.12 zu erkennen.
Das helle Haus hinten am Rammelsberg ist das Hotel Schombardt.*1

»Johannes Hasse / Erinnerung am 2.März 1929 bei der
Domäne Wilhelmshöhe«.*5
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Die Domäne Wilhelmshöhe
»Das Kurfürstliche
Schloß Wilhelmshöhe liegt eine starke Stunde weit von
Cassel, auf einer Anhöhe am Fuße des Karlsberges. Der
Weg dahin führt durch die Wilhelmshöher Vorstadt [Oberneustadt],
in einer schnurgeraden Allee von Linden. [...]
Der ganz im englischen Geschmack angelegte Garten daselbst hat einen
Umfang von einer teutschen Meile. Schon am Fuße des Gebirges,
gleich hinter dem Dorfe Wahlershausen, nehmen die Anlagen ihren
Anfang. An der linken Seite der Chaussee siehet man die herrschaftliche
Meierey; gegenüber, an der rechten, einen größtentheils
mit Nadel-Gehölz bepflanzten lieblichen Hügel.«*16
Die ehemalige Meierei, Domäne
oder auch Gutshof geheißen, mit ihren für den landwirtschaftlichen
Betrieb notwendigen, für die Ästhetik des Landschaftsgartens
unverzichtbaren Feldern und Wiesen, bildete mit dem Park eine
künstlerische Einheit. Auf den bis 1970 (!) freien Fluren
errichtete man von der Stadt aus gesehen linker Hand die Bauten
verschiedener Senioren- und anderer Wohnanlagen, die Orthopädische
Klinik, in den 80er Jahren die Kurhessentherme und die Habichtswaldklinik,
und erst in den 90er Jahren nach Abriß wesentlicher Gebäude
den Hessischen Rundfunk. Rechter Hand wurde in den 70er Jahren das
bis dahin kaum auffällige Straßenbahndepot monströs
erweitert und der Rammelsberg überbaut. Allein die Wiesen westlich
der Drusel (zwischen Baunsbergstraße und An den Eichen), innerhalb
der Wendeschleife der Linie 1 sowie die angrenzenden Äcker
unterhalb des Rammelberges blieben verschont und bilden der Rest
der Feldflur, die einst fünf Kilometer weit von Kassel bis
zu den historischen Anlagen von Wilhelmshöhe reichte. Sie sind
Teil des UNESCO-Welterbes und vor Beeinträchtigungen jeder
Art zu schützen: Neue Gebäude, Straßen und Bahntrassen.
Über solche Bebauungen wird natürlich bereits
nachgedacht. September 2003: Das noch weitgehend unberührte
Gebiet zwischen Prinzenquelle und Rammelsberg ist durch Straßenbau-
und Bebauungs-Pläne konkret bedroht. (Siehe das Kapitel
»Probleme«.)

Ca. 1965: Luftbild von Wilhelmshöhe. Vorsicht: beim
Klicken öffnet sich eine Datei von etwa 400k. Das Schloß
ist noch die kriegsbeschädigte, aber skandalöserweise
erst nach dem Krieg ausgeweidete Ruine. Und noch keine der inzwischen
begangenen Bausünden hat die Domäne Wilhelmshöhe
und die Villenkolonie heimgesucht.*13
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Ca.1900: In zahllosen Varianten von 1900 bis 1930 beliebte
Postkarte: Schloß und Schloßnebengebäude
von Osten.*5
In einer Nebengebäude-Wohnung verlebte der Regisseur
Friedrich Murnau seine Jugend (siehe das Kapitel »Persönlichkeiten).

Ca.1900.*5

Ca. 1895.*5

Ca.1905: Blick von etwas unterhalb des »Kaleschen-Wegs«,
der von der Chaussee zur Talseite des Schlosses führt, nach
Norden auf Wache und Hotel.*5

Ca.1905: Blick von Osten. Rechts die Wache, links hinten
das Pflanzenhaus.*5

Ca.1890: Wachwechsel.*11

Die Wache als Schloss-Café, Postkarte von ca. 1965.*5

Ca.1900: Das »Palmenhaus« (Großes Gewächshaus,
Neues Pflanzenhaus, Großes Pflanzenhaus) von Westen. Über
diese Kreuzung fahren heute täglich ca. 10.000 Autos und Lastwagen.*5

Ca.1900: Blick von Westen, links das Hotel, dahinter Wache
und Post, rechts Begrenzungssteine des Pflanzenhaus-Areals.*5

Um 1930: Das alte Gasthaus als Waldschule.*14

Ca.1910: Blick am Hotel vorbei auf die Wache.*5

Ca.1900: Blick
von Westen. Links Marstall, rechts Hotel.*2

Der Marstall kurz nach dem Krieg. Noch steht »[Arb]eitsdienst
der NSDAP Marstall« über der Tür,
aber schon stehen Briten davor. Im Marstall war der »Kraftfahrpark
des Reichsarbeitsdienstes« untergebracht.*7

Platz vor dem Schloßhotel, um 1880: noch hat das Pflanzenhaus,
links hinten, seine Bromeis-Kuppel.*11

Ca.1890: Detailreiche Aufnahme des Schloßhotels.*2

Ca.1910: Das Hotel von Osten, links das Dach des Pflanzenhauses.*5

Ca.1910: Der Vorgarten des Hotels.*5

Ca.1925: Vorplatz des Hotels, hinten das Türmchen auf
dem Marstall.*5

Ca.1900: Blick aus dem Wachgebäude auf die östliche
Seite des Schloßhotels, also diejenige, die auf Kassel blickt.
Wo noch die Straße zu sehen ist, baute Tessenow die beliebten
Terrassen.*11

Ca.1925: Die talseitige Terrasse des Schloßhotels,
umgestaltet von Heinrich Tessenow; hinten eine Remise.*5

Ca.1925: die talseitige Terrasse in der anderen Richtung,
hinten das Wachgebäude.*2

Ca.1925: Blick ins Tal, also nach Norden auf Prinzenquelle
und Harleshausen.*2

Um 1871: Die Reithalle. Der auf Schloß Wilhelmshöhe
nach der Schlacht von Sedan gefangengehaltene Napoléon III
inspiziert die Artillerie.*11

Restaurierung der Reithalle, ca. 1970.

1890: Remise und Ausweich-Gastwirtschaft. Das Bild ist beschriftet:
»Hofraum des Marstalls 1890«.*11

Ca.1930: Remise.*4

Ca.1930: Schlittenfahrt vor dem winterlichen Schloßhotel.*4

Nach dem Krieg: das ausgebrannte Schloßhotel.*4

Luftaufnahme von ca.1960: Man sieht das im Krieg beschädigte,
aber erst nach dem Krieg mutwillig ausgeweidete Corps-de-Logis,
(den Mittelbau des Schlosses) sowie hinten links die Nebengebäude
mit dem neuen Schloßhotel.*5

Der Neubau aus den 50er Jahren. Die Rückseite der Karte
aus den 70er Jahren trägt den Aufdruck: »Schloßhotel
Wilhelmshöhe Hauptsitz der Behaglichkeit«.*5

(Seite 1)

(Seite 2)
Ein Hotelprospekt von ca. 1955, als das Hotel noch an sich
glaubte.*5

Privataufnahme von ca.1970. Rechts noch ein recht freier
Blick auf das Tal, heute von der ekelhaft häßlichen Spielhalle
verstellt.*5

Außenwerbung der Spielbank, 2003. Im Hintergrund der
Marstall. Die Werbe-Anlage ist nicht etwa umgestürzt oder unfertig,
sondern das, äh, pfiffige Design ist so gemeint ...*21
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Schloßhotel, Marstall,
Wache und die weiteren Nebengebäude
Dieser geschichtsreiche Komplex von Nutzgebäuden nördlich
des Schlosses ist durch Pläne des Landes Hessen zur Errichtung
eines Wilhelmshöher »Museumsparks« zusätzlich
ins Interesse gerückt. Die Planungen zu einem Museumskomplex,
in dem einige Kasseler Sammlungen (u.a. Alte Meister, Neue Galerie,
Astronomie und Technikgeschichte) gemeinsam ausgestellt werden,
birgt die Chance, dieses teilweise reichlich vernachlässigte
Areal an Gestalt und Nutzen zu befördern.
»Mit Wilhelms [IX]
Entscheidung, ein Corps de logis [den
Mittelbau des heutigen Schlosses]
zu erbauen, verbindet sich für Schloß Wilhelmshöhe
eine durchgreifende Funktions- und Bedeutungserweiterung vom Sommerlustschloß
zum Sommerresidenzschloß, das nunmehr den gesamten Hofstaat
aufnehmen konnte. [...]
Zu gleicher Zeit ließ der Regent auch alle zu einer
großen Hofhaltung erforderlichen Nebengebäude errichten,
nämlich einen Marstall, ein Wagenhaus, Geschirrhaus und alle
Wohnungen für die bei Hofe angestellten Personen.«.*8

Das Areal der Schloß-Nebengebäude
aus der Luft, aufgenommen von Nordwesten.
Postkarte von ca.1925.*5
1: Schloß Wilhelmshöhe, Corps de logis mit Kuppel
2: Ballhaus
3: Großes Pflanzenhaus
4: Marstall
5: Schloßhotel
6: Wache
7: Post
8: Remisen
9: Reithalle
10: Kavalierhaus
11: Gewächshäuser
Alle Gebäude mit Ausnahme des Schloßhotels sind erhalten.
Ein großes Bild ohne die Zahlen öffnet sich beim Klicken
auf die Abbildung.
2 Das Ballhaus war ursprünglich ein Theater,
das Jérôme Bonaparte im Jahre 1810, während der
französischen Besatzungszeit, von seinem Hofarchitekten Franz
Carl Leo v. Klenze (17841864) in nur 9 Monaten errichten ließ.
Nach seiner Rückkehr ließ Kurfürst Wilhelm I einen
von Jérome erbauten, damals schon reichlich anachronistischen
verglasten »chinesischen Gang« zwischen Kirchflügel
des Schlosses und Theater abbrechen (und nach einigen Berichten
nach Mou-lang schaffen, was aber nicht glaubwürdig ist), das
Theater entgegen ursprünglichen Plänen aber nicht gleich
mitabreißen, wozu ihn der Ärger über Jérôme
nach Berichten beinahe getrieben hätte. Nach weiteren 15 Jahren
Theaternutzung wurde das Gebäude 1828 von Johann Conrad Bromeis
(17881855) zu einem »Tanzsaal« umgebaut. Das Ballhaus
ist in den 1990er Jahren sehr schön wiederhergestellt und das
Umfeld nach Plänen von Dipl.-Ing. Maren Brechmacher-Ihnen wieder
mit Kastanien bepflanzt worden.
3 Das Große Pflanzenhaus von Johann Conrad Bromeis
ist eine der ältesten Stahl-Glas-Konstruktionen Europas und
wurde offensichtlich nach englischen Glashausformen errichtet. Der
ursprünglich runde Mittelsaal, der als Festsaal diente, wurde
bedauerlicherweise 1887 durch eine höhere kubische Konstruktion
ersetzt und als Palmenhaus benutzt. Auf einem der Fotos des Marstalls
sieht man noch links hinten die Kuppel über die Bäume
ragen.*6
Das parkseitige Vorfeld des Pflanzenhauses wurde 2002/2003 nach
Plänen von Maren Brechmacher-Ihnen wiederhergestellt, wobei
der unpassende, schon in der Vergangenheit von Fachleuten wie Dipl.-Ing.
Erwin Schwarzer immer wieder gegeißelte zentral auf das Gebäude
zuführende Weg der ursprünglichen asymmetrischen Gestaltung
wich. Ärgerlicher- und typischerweise wurde dem Pächter
des Schloßcafés erlaubt, unmittelbar neben das Pflanzenhaus
einen, Sie lesen richtig, Blech-Container zu stellen. Als wollte
die Verwaltung der Schlösser und Gärten einmal öfter
ihre Unfähigkeit zu ästhetischen Entscheidungen unter
Beweis stellen. Auch etwa die leidigen Schwarzwald-Bratwurst-,
Crêpes- und Glühweinbuden, die jeden Winter den Lac verschandeln,
legen beredtes Zeugnis von dieser Unfähigkeit ab. Wann wird
es einen Gartendirektor für das künftige UNESCO-Welterbe
geben?
4 Der Marstall wurde 1762 errichtet und 1790/91 erstmalig
umgebaut. Damals wurde mit Materialien, die beim Abbruch des Jagdschlosses
Weißenstein des Landgrafen Moritz (an dessen Stelle Wilhelm
IX ab 1786 das Schloß Wilhelmshöhe erbauen ließ)
angefallen waren, ein neues Obergeschoß aufgebaut; das Renaissance-Dachtürmchen
des Jagdschlosses kam als Krönung über das Hauptportal
des Marstalls; »Die im Giebel angebrachte Uhr darf als ein
Rest des Weißensteiner Schlosses angesprochen werden«.*12
In dem neuen Obergeschoß wohnte auch Jussow, nachdem er die
»Bagatelle« (siehe »Chinesisches Dorf«)
verlassen hatte. Der Bau wurde seit Kurfürst Wilhelm II Zeiten
bis 1901 als Kaserne und für Wohnzwecke benutzt, danach nur
noch für die kaiserlichen Pferde und Wagen. Heute dienen seine
Obergeschosse wieder als Wohnungen, die großen Erdgeschoßräume
der Parkverwaltung.
5 Das Schloßhotel steht dort, wo Friedrich II
zunächst im Jahre 1767 ein Gasthaus hatte errichten lassen,
»dessen Bewirtschaftung
dem Coffetier Lambeim übergeben wurde. Früher
hatte sich eine Wirtschaft in der nahen Klostermühle befunden,
an deren Stelle dann die ehemalige Hofgärtnerwohnung trat.
Auch die jetzige Hofgärtnerwohnung wurde damals als Kavalierhaus
erbaut, und ebenso ein Marstall und verschiedene andere kleine Stallungen.«*10
»Es bestand aus dem Hauptbau,
der mit dem Marstall gleiche Richtung hatte, zwei abgetrennten Nebenflügeln,
die wie der höher gezogene Hauptbau als zweigeschossige, mit
Mansardendach versehene Putzbauten erscheinen, und einem hinteren
Stallgebäude. Diente der Westflügel zeitweise als Amtshaus
und Beamtenwohnung, so befand sich im Ostflügel die Wache,
das Logis des Baukondukteurs und eine Stallung. Der Hauptbau, in
dem einzelne Zimmer für die Zwecke des Fürsten reserviert
blieben, wurde zwecks Ausübung des Schankbetriebes an Privatleute
verpachtet, welche zu dieser Pachtung Lust und die nöthigen
Qualitäten haben, auch sonst in gutem Ruf und Vermögens
Umständen sind. [...]
Das gesteigerte Bedürfnis und die mangelhafte Geschäftsführung
des Gasthauspächters führten schließlich dazu, daß
noch ein zweites Wirtshaus eingerichtet wurde, das vorzugsweise
für geringere Leute und die umwohnenden Bauern bestimmt war,
wenn sie auf dem Amte zu tun hatten.«
Dieses Gasthaus wurde um 1826 abgebrochen und in den
Wilhelmshöher Obstgärten neu aufgebaut, der heutigen »Waldschule«.
(Das klassisch-schöne Gebäude wurde erst 1966, sechs Jahre,
nachdem das Land Hessen es an die Stadt Kassel abgegeben hatte,
abgerissen.)
Das neue Gasthaus wurde von J.C. Bromeis entworfen:

J.C. Bromeis: Zeichnungen zum Schloßhotel. Oben: Ansicht
von Süden (Vorderfront). Unten: Ansicht von Osten (von der
Wache her).*4
Die Fassade wurde bald um einen Vorbau erweitert: »Da
die Plantage vor dem großen Ballsaal [der
Vorgarten des Hotels] wegen
Zugwindes auf derselben nicht allzeit von Besuchern der Wilhelmshöhe
benutzt werden konnte, schuf man 1850 vor dem Gasthause den
Perron, den im folgenden Jahre Engelhard mit einem Vorbau
aus Eisen und Glas überdeckte.«*11
Von ca. 1850 bis 1899 wurde das Haus von Hotelier Carl
Schombardt (der auch das Hotel Schombardt am Fuße des Rammelsbergs
besaß, siehe weiter unten) geführt und danach an Adolf
Stecker verpachtet, der es als »Grand Hôtel Wilhelmshöhe«
führte.

Postkarte mit Werbestempel. Auf
das Bild klicken: Es öffnet sich ein Fenster mit der sehr hübschen
Vorderseite. Der Text »Der aufmerksame Ehemann« wirbt
dafür, daß man seine Gemahlin sonntags ausführe,
ein zusätzlicher Gedicht-Aufkleber Steckers sagt, wohin: »...
am Sonntag man bei Stecker speist
...«.*5
Am 27. April 1930 wurden die drei neuen östlichen Terrassen
eröffnet, umgestaltet vom Architekten Heinrich Tessenow (18761950,
einer der großen Architekten des 20. Jahrhunderts, von dem
in Kassel auch Malwida-von-Meysenbug-Schule stammt, die heutige
Heinrich-Schütz-Schule). Auch die bis dahin recht karge (talseitige)
Ostfassade wurde mit schönen Tessenow-typischen Pergolen ausgestattet,
zwei Türen kamen neu hinzu, die zum »Großen Festsaal«
führten, einem Saal, dessen Decke noch auf Betreiben des Kurfürsten
Wilhelm I mit Weinranken bemalt war, Bemalungen, die Tessenow gerne
hätte entfernen lassen, was der Denkmalschutz nicht zuließ.
(Eine Anekdote, die Hermsdorff berichtet, sei der atemlosen Welt
weitergetragen: »Es heißt,
Wilhelm habe das Werden der Decke höchstpersönlich überwacht
und aufgepaßt, daß die Maler auch immer schön bei
der Arbeit waren. Die Maler sollen auf den Trick verfallen sein,
ihre Arbeitshosen mit daranhängenden Stiefeln vom Gerüst
herabbaumeln zu lassen. Der von gewisser Entfernung aus kontrollierende
Fürst glaubt dann, es werde gearbeitet und war zufrieden.«)
Die neuen Terrassen faßten bis zu 1200 Besucher und waren
bald außerordentlich beliebt. Der damalige Kasseler Regierungsbaurat
Walter Morin soll Tessenows Arbeit recht gefördert haben.
Im Zweiten Weltkrieg brannte das Schloßhotel bis auf
die Grundmauern aus. Um sinnlose 20 Meter in der Bauflucht zurückversetzt
wurde in den 50er Jahren ein recht unpassendes Hotel gebaut; die
prächtigen Tessenow-Terrassen wurden immerhin erst einmal wiederhergerichtet
- fielen aber in den 90er Jahren (!) dem Anbau einer banalen Spielhölle
samt lächerlichen Außenwerbungs-Anlagen (die der Kasseler
Denkmalschutz tatsächlich abgesegnet haben soll) zum Opfer;
die Terrassen-Reste sind nun traurig im üblichen plan- und
lieblosen Parkplatz-, Müllcontainer- und Niemands-Raum hinter
dem abscheulichen neuen Spielbank-Anbau zu finden (wie in den letzten
Jahrzehnten die Unfähigkeit der Planer, mit »Freiräumen«
umzugehen, immer wieder verwundert. Muß überall noch
ein Verteilerkasten, ein Müllcontainer, ein Schild, ein Parkplatz
und derlei Kram beziehungslos verteilt werden? Muß statt Gärten
tatsächlich so bezeichnetes »Vor- und Begleitgrün«
eingerichtet werden?).
Jahrelange schlagzeilenträchtige Mißwirtschaft
haben das Haus zu einer unerfreulichen Angelegenheit gemacht, die
wohl nur wegen des historischen Ost-West-Treffens zwischen Willy
Brandt und Willi Stoph am 21. Mai 1970 Denkmalschutz genießt
und der im Falle, daß sie im Zuge der Museumspark-Pläne
abgerissen würde, wohl niemand eine Träne nachweinte (vor
allem nicht, wenn der neu zu errichtende Baukörper den Bromeis-Bau
wiederaufleben ließe). (Nachtrag Winter 2003/2004: das Haus
wurde aus dem Denkmalschutz herausgenommen.)

Aus einem Reiseführer von
etwa 1920.*5
6 Die Wache, erbaut im »Berliner Stil«
18241826 von Johann Conrad Bromeis, steht an der Stelle, wo
während des Baus des Schlosses ein Pferdestall errichtet worden
war, der 1792 zu einem Tanz- und Konzertsaal umgebaut worden war
samt Obergeschoß-Wohnung für den Hofgärtner Mohr.*10
Dieser Bau war dem Gasthaus, dem Vorgängerbau des Schloßhotels,
angegliedert, diente also nicht für Hof-Festlichkeiten.*9
Das Haus wurde in den 50er Jahren
gekonnt zum Schloß-Café umgebaut; heute ist es ein
zu früh (um 17:00 Uhr) schließendes Café mit Plastikstühlen
an der tosenden Tulpenallee. Die ästhetische Feinfühligkeit
des heutigen Pächters (und leider auch die der Staatlichen
Verwaltung der Schlösser und Gärten) läßt sich
daran ersehen, daß ein Bau-Container seit der Restaurierung
des Großen Pflanzenhauses unmittelbar neben diesem als Ableger
des Schloß-Cafés dient und den Park am Fuß des
ehemaligen Schneckenberges schändlich verunziert.
7 Die Post dient schon lange nicht mehr als solche,
sondern als Gästehaus der Staatlichen Museen. Das schmucklose
Gebäude, errichtet wohl Mitte des 19. Jahrhunderts, das irgendwann
recht lieblos hergerichtet wurde, war noch nie ein Schmuckstück
des Gebäudekomplexes, wurde aber nur in Zeiten als wirklich
störend empfunden, wo noch nicht der heutige Durchgangsverkehr
eine ästhetische Wahrnehmung dieser Umgebung ohnehin unmöglich
gemacht hatte.
8 - Die Remisen hinter dem Schloßhotel waren wohl als
Garde-Gendarmerie-Kaserne erbaut worden und dienten um 1825 jedenfalls
zu diesem Zweck. Später wurden sie vom Schloßhotelbetrieb
mitbenutzt, als Garagen und wohl auch Dienstbotenwohnungen.
9 Die Reithalle verdient wegen der ungewöhnlich
weiten trägerlosen Dachkonstruktion Beachtung. Dieses Fachwerkhaus
hat seit seiner Erbauung (nach Heidelbach 1797*10,
nach Holtmeyer 1789*12)
fast unverändert überlebt und steht unter Denkmalschutz.
10 Das Kavalierhaus, das noch aus der Weißensteiner
Zeit stammt, also älter ist als das Schloß Wilhelmshöhe,
ist »ein zweigeschossiges
Wohngebäude von rechteckigem Grundriß mit ausgebauter
Mansarde. Das Haus, das 1788 [vom
Hofgärtnerhaus] zum Kavalierhaus
eingerichtet wurde, zu Jérômes Zeit für den Gouverneur
und den Pagen bestimmt war, und jetzt wieder die Dienstwohnung des
Hofgärtners enthält [heute
dient das Haus der Staatlichen Verwaltung der Schlösser und
Gärten Hessen als Büro und Wohnung],
steht nicht mehr auf dem alten Platze. Bei der gründlichen
Umgestaltung der Nebenanlagen wurde es 1825 um ein erhebliches Stück
zurückgerückt [dies geschah
unter Leitung Bromeis; das Haus wurde um 20 Meter in einem
vielbeachteten Ingenieurs-Kunststück auf die heutige Position
versetzt, wozu Fenster, Türen und aus den Holzgefachen die
Backsteine entfernt wurden, um die Bauflucht Kavalierhaus-Marstall-Hotel
einzuhalten. Kurfürst Wilhelm II wollte zu jener Zeit das Kavalierhaus
für seine Geliebte, die Gräfin Reichenbach, herrichten
lassen.*6]
Bei dieser Gelegenheit erhielt
es auch den in Stuck aufgetragenen Palmettenfries zwischen den beiden
Geschossen. Hinter dem Wohnhaus hatte der zugehörige Geräteschuppen
seinen Platz, der ebenso wie der 1783 hinzugekommene Kavalierpferdestall
bei Einrichtung der Kunstgärtnereien und Treibhäuser fiel.«*12
11 Die Treibhäuser stehen seit dem späten
18. Jahrhundert an dieser Stelle im Westen des Gebäudekomplexes.
Siegeloblate der Hofgärtnerei
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Ca.1910: Blick von Westen auf die Endhaltestelle der Herkules-Bahn
und das Oktogon.*5

Aufgenommen zwischen 1930 und 1950 von Südwesten.*5

Ca.1900, vom Oktogon aus.*4

Ca.1900: Foto.*11

Ca.1900: Postkarte.*5

Ca.1900: Postkarte.*2

Ca. 1900: Gasthaus und Herkules vom Weg nach Elfbuchen aus.
Eine Stereoaufnahme, wie Sie durch Klicken auf das Bild leicht feststellen
werden.*5

Ca.1950: Parkplatz hinter dem Herkules.*5

Ca.1960: Noch steht die alte Gastwirtschaft, zu sehen links
im Bild.*5 |
Gastwirtschaft,
Umgebung des »Herkules« und Kaskaden-Restaurant
Das Oktogon, auch Riesenschloß oder Winterkasten genannt,
das die Pyramide mit der Kolossalstatue des Herkules trägt, ist
seit dem frühen 17. Jahrhundert das Wahrzeichen Kassels und Nordhessens
und gibt dem Park und damit der Stadt das Potential einer künftigen
UNESCO-Welterbestätte. Die grandiosen Wassertreppen und die Aussicht
vom Bauwerk und den umgebenden Terrassen haben es seit Jahrhunderten
zu einem bevorzugten Ausflugsziel gemacht.
Von etwa 1900 bis 1966
fuhr die Herkulesbahn zur Endhaltestelle in der Nähe des
Monuments. Seit der Schließung dieser Bahn kommt man zu Fuß,
mit dem Bus oder dem Auto an das Bauwerk heran. Das Jahrhundertmitte-Luftbild
vom Herkules zeigt die damals noch einigermaßen strukturierte
Peripherie. Damals fuhr man noch mit dem Auto, das natürlich
kaum jemand hatte, auf der Serpentinen-Straße (oben im Bild
zu erahnen) hinauf, wenn man den Umweg über die Druseltalstraße
nicht machen wollte. Heute ist der Parkplatz ein wahrer Schandfleck
geworden, wie auch die Buswendeschleife und das häßliche
Restaurant-Gebäude den Besucher beim Herannahen desillusionieren
(wenn er nicht zu jener beneidenswerten Spezies gehört, die das
heute auch in Parks unvermeidliche Gewirr aus Asphalt, Schildern,
Papierkörben, Schildern, Parkverhinderungs-Objekten, gammligen
Kassenhäuschen, Schildern, kaputten Münzfernrohren und Schildern
ignorieren kann).
Die untergegangene »Wirthschaft
am Hercules« paßte hingegen wunderbar an diesen Ort;
die alten Bilder des Bauwerks, das aus dem 18. Jahrhundert zu stammen
scheint, wärmen das stets wunde Herz des Nostalgikers. Das Haus
(im »Touristen-Führer für Kassel und Umgegend von
H. F. Lorenz« als »bescheiden« bezeichnet) wurde
wohl erst in den unseligen 70er Jahren abgerissen, als der heutige
Kaffeebunker errichtet ward in jenen 70er Jahren, als Kassel
einen Krieg gegen sich selbst zu führen schien und so viele würdige
Bauten auf dem Altar eines geschichtsverneinenden Selbsthasses geopfert
wurden.
Und bis heute wundert
man sich, daß im vom Krieg so schwer getroffenen Kassel überhaupt
noch historische Gebäude auffindbar sind, die man abreißen
kann (wie etwa den denkmalgeschützten Stadthallen-Anbau, auf
dem Bild links, der Ende der 1990er einer grauenerregend häßlich
Bausünde von einem Hotel weichen mußte, bei dessen Gestaltung
eine Zigarettenschachtel Pate gestanden zu haben scheint):

- oder vernachlässigen (wie etwa den Messinghof, die »Wiege
des Herkules«, ein Industriedenkmal ersten Ranges, das zur unaussprechlichen
Schande der Stadt Kassel eine nicht endenwollende Odyssee aus
Verfall, Spekulation und denkmalzerstörerischer Gleichgültigkeit
durchleidet):

Der Messinghof, eine Kostbarkeit im Verfall. Foto: Albert Gronau.
Bitte hier
klicken für weitere Informationen.

Zuschlechterletzt noch ein Ausschnitt aus der HNA von etwa
1970 (beim Draufklicken geht ein größeres Fenster auf).
Dargestellt sind Planungen, aus denen zum Glück nichts wurde,
und über die man noch besser amüsiert den Kopf schütteln
würde, wenn nicht auch heute noch jederzeit die Bereitschaft
bestünde, betonselig die Park-Peripherie mit klotzigen Projekten
zuzubauen. Daher: Mitglied werden im Verein »Bürger
für das Welterbe«, der sich für eine gute Entwicklung
der Park-Peripherie einsetzt! (Beim Klicken auf den Namen öffnet
sich die Website des Vereins, wo man sich auch gleich ein Beitrittsformular
herunterladen kann.) |

»Gastwirthschaft an den Cascaden. Inh.: P. Block«. Postkarte
von etwa 1900.*5

Die gleiche Perspektive auf einer anderen Karte.*13

Ca.1910: »WILHELMSHÖHE.
Gasthaus zu den Kaskaden.«*5

Das Kaskaden-Restaurant
im Winter, Zweibildkarte von ca. 1910.
Links: von den Stufen der Kaskaden aus, rechts: von Osten.*5 |
Das Kaskaden-Restaurant
Diese Einrichtung ist schon seit über 100 Jahren in den Händen
der Familie Block; um 1900 nannte sich das Lokal denn auch »Blockhaus«
und wurde auch schon damals (im »Touristen-Führer für
Kassel und Umgegend von H. F. Lorenz«) als »bescheiden«
bezeichnet, eine Bezeichnung, die auch heute noch durchaus zutrifft.
Ein Pachtvertrag mit dem Land Hessen sorgt für ein langwieriges
Ärgernis: Die jedem erlaubte Autofahrt durch weite Teile des
Bergparks zum störenden Parkplatz beim eigentlich sehr hübschen
alten Gebäudekomplex. |
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Im Bergpark Wilhelmshöhe
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Stereobild: Schloß und »Boulingrin« vom
Apollo-Tempel aus, ca. 1900.*5
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Schloß Wilhelmshöhe
»1998 beginnt der Umbau
des Corps de Logis, des Mitteltraktes des Schlosses Wilhelmshöhe.
Dieser Mittelbau war im Krieg beschädigt, aber nicht zerstört
worden, nach dem Krieg waren im Erdgeschoß noch die Antiken
in den klassizistischen Original-Räumen ausgestellt. Um 1950
war die zu großen Teilen noch erhaltene klassizistische Inneneinrichtung
bis auf die Außenmauern ausgeweidet worden, und 1974 wurde
der Torso zur Galerie der Alten Meister ausgebaut. Weder wurde die
Kuppel wiederhergestellt, noch wurden die einzig passenden Sprossenfenster
verwendet. Wegen Baumängeln mußte das Museum 1997 geschlossen
werden. Auf undemokratische und denkmalschädigende Weise wurde
beschlossen, das Schloß möglichst wenig wie ein Schloß
und möglichst stark wie ein Museum aussehen zu lassen, was
zum Bau eines das historische Gebäude weiter zerstörenden
Glasdaches führte. Undemokratisch, weil die Kuppel trotz anderer
Wünsche der Kasseler Bevölkerung nicht wiederhergestellt
wurde, denkmalschädigend, weil das trotz klarer Äußerungen
des Präsidenten der ICOMOS geschah, der das als fatalen Fehler
bezeichnete. Im Jahr 2000 wird das entstellte Schloß als Museum
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.«
(Aus dem Positionspapier des Vereins »Bürger für
das Welterbe e.V.« zur geplanten Museumslandschaft Kassel.)
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Postkarte, abgestempelt 1915: »Wilhelmshöhe
- Lindenplatz am Neuen Wasserfall«.*5
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Der Neue Wasserfall
Der Neue Wasserfall wurde als letztes wichtiges Areal des Bergparks
gestaltet. Für seine Anlage mußte das Gut Juliusstein
abgerissen werden - die strenge Auffassung des Landschaftsparks
vom Beginn des 19. Jahrhunderts duldete keine Parkbauten, sondern
hatte das Ideal einer realistisch-idealistischen Naturgestaltung.
- Heute liegt der Neue Wasserfall in einer vernachlässigten
Ecke des Parks. Durch die Nähe zur Rasenallee machen täglich
18.000 PKWs und LKWs die Natur-Wahrnehmung unmöglich, und der
Wasserfall ist seit Jahrzehnten undicht und trocken. Aber bald kommt
ja praktisch ganz von alleine die Anerkennung als UNESCO-Welterbe,
nicht wahr, und dann wird ganz von alleine alles besser ...
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Postkarte von 1903: »Der
Kaiserin Lieblingsplatz«.*5
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Der Lieblingsplatz der Kaiserin
Auguste Viktoria, die Gemahlin Kaiser Wilhelms II, schätzte,
wenn man der nebenstehenden Postkarte glauben möchte, besonders
die kleine Ebene oberhalb der Felsengarten-Treppen unmittelbar nordewestlich
des Weißensteinflügels des Schlosses Wilhelmshöhe,
und die auch heute noch genauso vorzufinden ist (die Ebene, nicht
die Kaiserin).
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Holzpavillon an der Rasenallee
Wenn man der Rasenallee weg vom Schloß in Richtung Wilhelmsthal
folgt, macht sie alsbald eine scharfe Biegung nach links und biegt
bald darauf wieder nach rechts ab. Direkt neben dieser Biegung liegt
auf einer Anhöhe ein Rindenhäuschen.
(Wem ist über Alter und Sinn des Gebäudes etwas bekannt?)
Das Häuschen ist sehr vernachlässigt dieser ganze
Teil des Parks ist insofern vernachlässigt, als daß die
Rasenallee mit ihren über 12.000 Fahrzeugen pro Tag das Vergnügen
an diesem eigentlich besonders schönen Teils des Parks unmöglich
macht.
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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1877: Ein Dampfzug der »Cassel Tramway Company Limited«
bei der heutigen Haltestelle »Kurhessentherme«.*11

1880: Das neoklassizistische Endhaltestellen-Gebäude,
Blick nach Südosten.*11

1880: Das erste Gebäude von Süden.*11

1910: die gleiche Perspektive wie auf dem vorigen Bild. Das
neoklassizistische Gebäude ist einem Gründerzeitbau gewichen.*5

Der gleiche Blick, 2002.*21

1910: Blick vom Rammelsberg auf das Straßenbahndepot,
wenige Meter unterhalb der Endhaltestelle. Einige Teile wie der
Turm und das Gebäude links sind erhalten.*5
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Die Straßenbahn-Endhaltestelle
der Linie 1
Die »1« war die
erste Kasseler Straßenbahn und ist die weltweit dritte
Trambahn überhaupt vor Kassel hatten nur Paris und
Kopenhagen dampfbetriebene »Sekundärbahnen«. Und
während in den beiden Vorgängerstädten schon lange
keine Straßenbahn mehr fährt, ist die erste Kasseler
Linie, die »1«, sogar noch unter gleichem Namen auf
der ursprünglichen Strecke unterwegs: Seit 1877 fährt
sie vom Königsplatz zur Endhaltestelle am Fuße des Schloßparks.
Der Buchhändler Georg H. Wigand, nach dem die Wigandstraße
benannt ist (siehe »Villenkolonie), förderte den Bau
dieser Bahn, nicht zuletzt, um das ebenfalls von ihm mit-initiierte
Hotel »Pensionshaus Wilhelmshöhe« leichter erreichbar
zu machen. Schon 1870 betrieb Wigand während der Industrie-Ausstellung
(1.6. bis 5.10.) einen »Pferde-Omnibus-Verkehr«
nach Wilhelmshöhe.
1877 eröffnete also die »Cassel Tramway
Company Limited« den Dampfbahnbetrieb Königsplatz-Wilhelmshöhe
mit zwei in England gebauten Dampfmaschinen (nachdem Versuche mit
einem Luftdruckantrieb gescheitert waren) und vier Personenwagen.
Ebenfalls 1877 wurde ein sehr hübsches neoklassizistisches
Endhaltestellengebäude errichtet. Zunächst endeten
die Gleise stumpf hinter dem Gebäude. Die heutige Wendeschleife
entstand erst später. Schon 1898, ein Jahr vor der Elektrifizierung
der Strecke, wurde das Endhaltestellengebäude durch das denkmalgeschützte
Gründerzeitgebäude ersetzt, das heute noch fast unverändert
(nur leider in schlechtem Zustand) dasteht und das Domizil der Museumspädagogik
ist.
Von Anfang an war der Betriebshof da, wo er heute
ist: Zwischen Park und Wahlershausen, am Fuße des Rammelsbergs
(siehe auch: »Villenkolonie« / »Panoramen«).
Schon 1908 kam der Betriebshof in der Holländischen Straße
hinzu, inzwischen hatte 1881 die »Casseler-Straßenbahn-Gesellschaft«,
1897 die »Große Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft«
den Betrieb übernommen.
Immer wieder ist der heutige gleichgültige Umgang mit »Freiräumen«
Anlaß zu Verstimmung: Auf allen Seiten des historischen Endhaltestellen-Gebäudes
wird geparkt, mitten auf dem Bahnsteig steht ein häßlicher
Bremssand-Spender, Haltestellen-Unterstand und Beschilderung wie
auch das Betonstein-Verbundpflaster und alle möglichen weiteren
Details geben dem Besucher des Bergparks einen lieblosen und schlampigen
Eindruck, zumal der Weg von dem reizenden Gebäude zum Park
durch einen der kasseltypischen Fußgängertunnels
führt, der, durch groteske Kachelung zusätzlich verunziert,
die Querung der vieldurchrasten Tulpenallee bei lebendigem
Leibe ermöglicht, die unmittelbar an dem Häuschen vorbei
mitten durch den Bergpark brandet.
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Blick vom Rammelsberg nach Westen, Ca.1890. Hinten die Endhaltestelle
der Linie 1, noch als neoklassizistisches Gebäude, rechts
eine kleine Villa.*4

Postkarte, ca.1900: Blick vom Rammelsberg nach Westen. (Siehe
auch die montierte Aufnahme unter »Villen-Kolonie« /
»Panoramen«.) Links der erhaltene Turm des Straßenbahndepots,
hinten vor dem Schloß die heutige Endhaltestelle der Linie
1, rechts »Hotel & Pension Schmobardt«.*5

Ca.1910: Blick aus dem Hotel Schombardt auf Haltestelle und
Park.*5

Ca.1905: Hotel Schombardt.*2

»Mathilde-Zimmer-Stiftung / Elisabethenhaus / staatl.
anerkannte Haushaltungs-Schule«. Postkarte von 1919.*5

Elisabethen-Haus. Postkarte von ca.1920.*5
Transkription der Beschriftung: siehe rechts im Text.

Elisabethen-Haus, Ca.1930. Rückseite: »Kassel-Wilhelmshöhe,
Weißensteinstraße 709, Elisabethenhaus, Kriegshilfsdienst.«*5

1908: Das »Kur-Hotel« und spätere »Luisenhaus«
der Elisabeth-Zimmer-Stiftung in der Kohlenstraße, der heutigen
Druseltalstraße.*5

Soll man es glauben? Das ist der Neubau des um 1967 abgerissenen »Luisenhauses«, aufgenommen
aus fast der gleichen Perspektive wie das vorige Bild. (Postkarte
von ca. 1975.)*5

Ca.1910: »Zimmersches
Töchterheim Katharinenhaus in Cassel, Amalienstraße 3
u. 3 1/2«.

Ca.1910: »Mathilde-Zimmer-Stiftung.
Töchterheim Johannahaus. Kassel, Humboldstraße.«

Ca.1928: Ein anderes »Töchterheim
Katharinenhaus (M. Zimmerstiftung). Kassel. K. Lindenbergstr.71«.*18
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Der Rammelsberg
Ein Hügelkamm, der sich von der Wilhelmshöhe aus nach
Osten, parallel zur Wilhelmshöher Allee, bis ungefähr
zur Höhe des Bahnhofs Wilhelmshöhe in Richtung der Stadt
Kassel erstreckt. Zwischen ihm und dem Park Wilhelmshöhe liegt
das Gebiet der »Prinzenquelle«, das als schützendes
ländliches Vorfeld des Parks und als Naherholungsgebiet dient
(siehe den vorigen Abschnitt zur Domäne Wilhelmshöhe).
Auf der Wilhelmshöher Seite des Rammelsbergs wurde
Ende des 19. Jahrhunderts ein kleines Fachwerkhaus errichtet,
zunächst wohl als Wohn- oder Wochenendhaus. Von hier hatte
man einen herrlichen Blick auf den Park. Vor dem Schloß sah
und sieht man die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 1.
Das Endhaltestellengebäude wurde in den 1877 in neoklassizistischem
Stil erbaut, aber schon 1898 durch den schmucken Gründerzeit-Bau
ersetzt, der bis heute steht (siehe den vorigen Abschnitt). Das
Fachwerkhäuschen wurde bald erweitert und war das »Hotel
& Pension Schombardt« und somit (wie auch das Schloßhotel,
siehe oben und das vorherige Hotel »Schloß Weißenstein
an der Einmündung der Landgraf-Karl-Straße in die Wilhelmshöher
Allee, siehe weiter unten bei »Hotels und Restaurants«)
unter Leitung von Carl Schombardt, der das Schloßhotel
ab 1899 an Adolf Stecker verpachtete und nur noch das Rammelsberg-Haus
führte (siehe »Schloß-Nebengebäude«
weiter oben).*6
Nach einer erneuten Erweiterung (wohl noch als Hotel)
wurde es vor 1920 als »Elisabethenhaus« Bestandteil
der Berliner Mathilde-Zimmer-Stiftung:

Anzeige von 1929.
Das »Elisabethenhaus«, Weißensteinstraße
70, ist links dargestellt. Das »Luisenhaus« war das
erst in den 70er Jahren frevlerisch abgerissene prächtige Haus
an der Druseltalstraße, das einstige »Kur-Hôtel
Wilhelmshöhe«, damals Kohlenstraße 329 (Bild links
unten). Das »Katharinenhaus« stand in der Amalienstraße
3, Bild links unten). In den 10er Jahren gab es auch das »Mathildenhaus«
in der Steinhöferstraße 8 (siehe dort), und in der Humboldtstraße
am Weinberg das »Johannahaus«. Zur Geschichte der
Mathilde-Zimmer-Stiftung: Friedrich Zimmer, evangelischer Theologe
und Pädagoge, 18551919, war seit 1884 Professor in Königsberg.
Er leitete von 18901898 das Predigerseminar in Herborn und
von 18981906 den Diakonieverein in Zehlendorf. 1894 gründete
er den Evangelischen Diakonieverein in Eberfeld, das erste Diakonieseminar
in Kassel und das erste Evangelische Töchterheim, und 1906
den Evangelischen Frauendienst. In Zehlendorf baute er ein Heim
mit Frauenoberschule, Kindergärtnerinnen-Seminar und Fürsorgeanstalt
auf, aus dem 1907 die heute noch existierende »Mathilde-Zimmer-Stiftung
e.V.« hervorging.
Drei Postkarten zeigen das Haus in der Elisabeth-Zimmer-Stiftungs-Zeit:
Die erste zeigt den Blick auf Park und Herkules, die zweite
ist erfreulicherweise beschriftet:
1 = Turmzimmer
2 = Löwenburg
3 = Rembrandtzimmer
4 = Frl. Helenes Z.
5 = Pommenburg (?)
Sonnenburg (?)
6 = Richterz.
7 = Be(e)thovenz.
8 = großes Lesez.
9 = mit Balkon = kl. Lesez.
10 = Spitzwegz.
[verso:]
Mein Zimmer kann man nicht sehen, es liegt nach hinten hinaus. Ist
es nicht prachtvoll hier? Ja, schön! In den anderen Zimmern
weiß ich gar keinen Bescheid.
Auf der dritten, die eine Privataufnahme mit Postkartenrückseite
von etwa 1930 ist, steht schon der erhaltene sehr schöne Siedlungsbau-Riegel
in der Rammelsbergstraße, der ab 1925/26 von der »Baugenossenschaft
Deutscher Kriegsopfer« errichtet wurde; man blickt hier auf
das westliche Abschlußhaus.
Noch heute steht
das Elisabethen-Haus; es ist jetzt Bestandteil des architektonisch
wohl vom Westwall inspirierten Gebäudekomplexes der »Verbände
der landwirtschaftlichen Sozialversicherung« aus diesen ewigen
70er Jahren geworden; das Turmdach ist gestutzt.
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(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)
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Postkarte von ca.1915: »Oberes Druseltal« im Habichtswald.*5

»Ahnatal, Förstersteg«

»Teufelsmauer, Hirzstein«

»Porta Lapidaria«
Ca. 1910: Drei Postkarten mit Naturaufnahmen aus dem Habichtswald.*19

Karte des Bergparks und von Teilen der Villenkolonie sowie
des Habichtswaldes. Unten die Druseltalstraße. Aus einem Reiseführer
von ca. 1910.*5 |
Hotels, Restaurants und Ausflugsziele in Wilhelmshöhe,
Habichtswald und Brasselsberg
(Die Hotels, Pensionen und Gaststätten in Mulang finden sich
auf der Seite »Villenkolonie«.)
Inhalt dieses Teilkapitels:
Wilhelmshöhe, Habichtswald, Brasselsberg
Gasthof Wimmer, Wilhelmshöhe
Hotel Schloss Weissenstein / Schombardt
Gaststätten Wilhelmshöhe
Pensionat Bergér in der Landgraf-Karl-Straße
Lösers Sommerfrische, Gasthaus »Alte
Drusel«
»Möllersruhe«
Neue Drusel
Neu-Holland
Sonnenhof, Habichtswald
Gaststätte Silbersee, Habichtswald
Herbsthäuschen, Habichtswald
Igelsburg, Habichtswald
Zeche Marie, Habichtswald
Pension Habichtswalderhöhe, Habichtswald
Kinderheim Lauterbad
Der Bismarckturm
Gaststätte Zum Bismarckturm
»Steinernes Schweinchen«
Café Waldfrieden, Brasselsberg
Aussichtsturm und Restaurant »Hohes Gras«
Der heutige Stadtteil Wilhelmshöhe besteht
aus
dem Dorf Wahlershausen (1123 erstmals in einer Urkunde
des Klosters Hasungen als »Warolfeshusen« erwähnt),
direkt nördlich der Wilhelmshöher Allee, von dem sich
noch viele alte Höfe und Gebäude sowie dörfliche
Atmosphäre erhalten haben,
dem Schloßpark Wilhelmshöhe mit seinen
Gebäuden, darunter dem »chinesischen Dorf« Mou-lang
und den oben beschriebenen Nebengebäuden,
- der Villenkolonie Mulang,
der Bebauung an der Wilhelmshöher Allee westlich
des Stadtteils »Vorderer Westen«,
der Villenkolonie Neu-Holland,
- der Gartenstadt Flüsseviertel,
- und der Marbachshöhe, einem neuen Quartier auf altem
Kasernengelände.
Der Habichtswald, das große
Waldgebiet, das westlich des Parks Wilhelmshöhe liegt und ihn
an den Hängen des Hunrods-, Karls- und Hüttenbergs umfängt,
ist von ungewöhnlicher Schönheit. Der Wald - zu großen
Teilen Naturpark - und seine Ausflugsziele sind seit langem ein
bevorzugtes Naherholungsgebiet Kassels. Die Bürgerinitiative
»Pro Habichtswald« kümmert sich um seine
Erhaltung und wendet sich vor allem gegen die zerstörerischen
Steinbrüche (siehe auch im Kapitel »Kurort Wilhelmshöhe«
das Ende des Unterkapitels »Goßmann«.)
Die Gartenstadt Brasselsberg ist eine sehr wohnliche, um
1900 gegründete Siedlung. Sie liegt südlich von Wilhelmshöhe
am Saum des Habichtswaldes (siehe auch das Kapitel »Villenkolonie«,
Unterkapitel »Was ist eine Villenkolonie?«).

Postkarte mit einem Gedicht von Gustav
Wentzell.*5
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Mehrbild-Postkarte von ca.1920: »Gasthof
Wimmer, Cassel-Wilhelmshöhe |
Besitzer: CARL KEIM« (Foto: Eberth). Das Haus ist zerstört.*5
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Gasthof Wimmer
In kaum einem Kasseler Reiseführer bis zum Zweiten Weltkrieg
fehlt ein Hinweis auf den »Gasthof Wimmer«. Die
Adresse war Wilhelmshöher Allee 309, das im 2. Weltkrieg zerstörte
Haus stand also neben dem bekannten Geschäftshaus »Schwedes«.
Heute steht dort die (leider sehr unschöne und unpassende)
Halle des Malerbetriebs Schalles, der generationenlang von dieser
verdienstlichen alt-Wahlershäuser Familie geführt wurde.
Der alteingesessene Gasthof, gegründet von Justus Wimmer
(18541931), fortgeführt von Karl bzw. Carl Keim,
hatte eine für Kassel typische offene Garten-Holzhalle. Er
spielte gelegentlich auch eine historische Rolle, etwa während
der Revolutionswirren am Ende des Ersten Weltkriegs, als Generalfeldmarschall
Paul von Hindenburg und seine Offiziere vom Wilhelmshöher
Schloß aus drei Monate lang die Demobilisation der deutschen
Truppen organisierten und dabei im Schloßhotel wohnten, denn
»das Schloß gehöre dem Kaiser«. Die Verpflegung
im Hotel war damals schlecht, also ging man lieber zu Wimmer. Hindenburg
habe sich besonders gerne das »Weckewerk«, die
berüchtigte Nordhessische Spezialität, servieren lassen
(die Verpflegung muß wahrlich schlecht gewesen sein, wenn
diese kulinarische Mutprobe eine willkommene Abwechslung
war); er sei jeweils Punkt 19.55 Uhr erschienen und Punkt 22.55
Uhr wieder gegangen (versteh einer die Soldaten). Der unter
Hindenburg bei seinen Besuchen geächzt habende Thonet-Stuhl
wurde nach seiner Abreise mit einer Messingplakette versehen, die
die Nachwelt darüber belehrte, wes Hintern dieses Möbel
einst gedrückt.*6

Anzeige von ca. 1910.*5
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Ca. 1910: Der Bahnhof Wilhelmshöhe mit Blick nach Nordwesten.
Das heutige Empfangsgebäude steht quer zu den Geleisen rechts.
Hinter dem Bahnhof ein zerstörtes Haus und das heutige Hotel
»Kurfürst Wilhelm I«. Dahinter, von den Bäumen
verdeckt, erkennt man das Hotel Schloss Weißenstein.*5

Ca.1895: »Hotel & Restaurant
Schloss Weissenstein. Cassel. Bahnhof Wilhelmshöhe. Besitzer
F. Belz.« Sehr lustig idealisierende Postkarte, die
mit Hilfe von Fotomontage und Zeichnung so tut, als stünde
das Haus direkt am Park.*5

Das gleiche Haus als »Hotel Schombardt«, ca. 1910.*1
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Hotel Schloß
Weißenstein / Hotel Schombardt
An der Einmündung der Landgraf-Karl-Straße in die Wilhelmshöher
Allee steht heute noch ein Haus, dem man die einstige Pracht trotz
grotesker facettierter Ausstülpungen im Erdgeschoß immer
noch ansieht: das ehemalige Hotel »Schloß Weißenstein«
(Besitzer: F.Belz) und spätere Hotel Schombardt (Carl
Schombardt führte auch das Hotel Schombardt am Rammelsberg
und das Schloßhotel, siehe oben). Im dritten Geschoß wohnte
jahrzehntelang die Komponistin Luise Greger (siehe »Persönlichkeiten)
und hielt dort hof.
Ob »F.Belz« mit dem Besitzer des »Etablissement
Belz« in Bettenhausen identisch war? Hermsdorff berichtet
im »Blick zurück 1324«: »Das
Etablissement Belz in Bettenhausen lud [Ostern
1890] zu einem großen Konzert
mit dem Auftreten verschiedener Specialitäten und Ringkampf.
Versprochen wurden 100 MK Prämie demjenigen, welcher den
Ringkämpfer besiegt.«
Die Verschiedenheit damaliger Vergnügungen von den heutigen
zeigen sich auch in Reiseführer-Anzeigen durchaus hochfeiner
Kasseler Häuser, die Ende 19. Jahrhunderts mit dem Auftritt von
»Carawanen« und »Abnormitäten« um Speisegäste
warben. |
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Gaststätten Wilhelmshöhe um 1920.*5
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Gaststätten
Wilhelmshöhe
Die »Gaststätten Wilhelmshöhe am Bahnhof, Wilhelmshöherallee
255« befanden sich in einem heute nicht mehr existierenden Haus
vor dem heutigen Hotel »Kurfürst Wilhelm I«. Die
Postkarte zeigt links unten einen Blick von der Wilhelmshöher
Allee aus in Richtung Südwesten. Links befinden sich heute die
Säulen des Bahnhofs-Vordachs, wo das große Haus stand,
ist die große Freifläche des Willy-Brandt-Platzes. |
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»Pensionat Bergér.
Cassel-Wilhelmshöhe. Landgraf-Carlstr. 23.«*5
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Das »Pensionat Bergér«
Im heute noch erhaltenen, vor einigen Jahren recht behutsam ausgebauten
Haus Landgraf-Karl-Straße 23, das um 1895 entstanden sein
mag, befand sich eines der zahlreichen Wilhelmshöher Pensionshäuser:
Wir blicken von der Straßenbahnhaltestelle Walther-Schücking-Platz
in die Kunoldstraße, in Richtung des Wilhelmsgymnasiums. Text
auf der Karte: »Fräulein
M. Wagner / Zeitz / Kaiser-Wilhelmstr. / Liebes Mariechen! Herzl.
Grüße aus Kassel sendt Euch allen Grete. Sonntag haben
wir in ganz Kassel Blumen verkauft zum Besten eines Kindergartens.
Dienstag haben wir die ganze kaiserliche Fam. mit Gefolge aus reiten
sehen. Gestern waren wir in der Missionsausstellung u. dann im Marmorbad.
Gestern Abend war großer Betrieb auf unserer Sperlingslust.
Näheres kann ich auf einer Karte nicht schreiben aber im nächsten
Brief. [...]
Gestern waren wir unfreiwillig in Sperlingslust eingeschlossen [...]
die Andern hatten aus Ulk die Flurtür abgeschlossen u. wir
saßen 10 Uhr Abends 10 Mann hoch oben. Sind dann aber glücklich
wieder in unsrer blauen Stube angelangt. Einen Schuh hatte ich verloren
und mein Tuch. [...]«
- Die »Sperlingslust« war eine Dachkammer des Hauses,
wie auf der Karte verzeichnet ...
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Druseltal: Postkarte von ca. 1900.*5

»Lösers Sommerfrische
und Gasthaus Alte Drusel bei Wilhelmshöhe. Haltestelle
der Herkulesbahn«. Anzeige von
ca. 1910.*5
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Lösers Sommerfrische
und Gasthaus »Alte Drusel«
Die nebenstehende Karte ist beschriftet: »Löser,
Sommerfrische, Drusel b/Wilhelmshöhe«.
Die Anzeige hat den Text: »Im
schönsten Teile des Druseltales, prächtigem Fichtenwalde
unmittelbar gegenüber, 1/4 Stunde vom Herkules und den Kaskaden
entfernt. Mittelpunkt für Ausflüge nach den schönen
Aussichtspunkten des Habichtswaldes. Angenehmer, zwangloser Aufenthalt
für Sommerfrischler u. Rekonvaleszenten. Anerkannt gute Verpflegung.
Eigene Milchwirtschaft. Neues schönes Kurhaus, zeitgemäss
eingerichtet, elektr. Beleuchtung, kalte und warme Bäder. Sämtliche
Zimmer mit Balkons. Volle Pension 4-6 Mark pro Tag inkl. Zimmer. Abholung
des Gepäcks ab Station Wilhelmshöhe oder Kassel gratis.
Gefällige Anfragen beantwortet umgehend Nikolaus Löser.« |
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Postkarte, gestempelt 1905: »Wilhelmshöhe
Möllers Ruh«.*5
(In der linken oberen Ecke der Karte
sieht man eine umgeknickte Briefmarke. Wem die sogenannte »Briefmarkensprache«
nicht bekannt ist, der klicke hier,
um auf eine Website zu diesem Thema zu gelangen.)
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Möllers Ruh oder Möllersruhe
Oberhalb des einstigen Standortes der Goßmannschen Heilanstalt
stand ein Rindenhäuschen, das ein Lieblings-Ruheplatz eines
Herrn Möller war. Auf der Postkarte ist am Baum hinter der
Terrasse ein Schild auszumachen: Man entziffert gerade noch »Warnung«
...
Nach Auskuft unseres Gewährsmannes Yannick Philipp Schwarz
soll es dort einen Gedenkstein geben oder gegeben haben, der an
das Scheidemann-Attentat erinnert. »Das Häuschen Möllersruhe
ist dahin. Das ganze Areal ist durchzogen von romantischen Wegen
die sich an die steilen Kanten der alten Steinbrüche schmiegen.
Zum Teil wird man mit grandiosen Aussichten belohnt, auch werden
sehr spannende Einblicke in den großen Steinbruch gewährt.
An der Stelle der Möllersruhe ist noch heute ein Plateau zu
erkennen. Allerdings führen nun sechs große Sandsteinstufen
zu einer Art von Altar hinauf. Der Altar ist etwas 150 mal 100 Zentimeter
groß und aus grobem Basalt gemauert. Es handelt sich wohl
um Reste der Möllersruhe« ...
Durch Klicken auf diese Worte öffnet sich ein Fenster
mit einem Hermsdorff-Beitrag über Reinhard Hochapfel, auf dessen
Anregung hin ein Weg von Möllersruh zum Asch angelegt ward.
Und hier ein Link mit einem Hermsdorff-Bericht zum Blausäure-Attentat
auf Scheidemann unweit von Möllersruhe.
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Ca. 1895: Die Neue Drusel an der damals friedlichen Druseltalstraße
- und noch ohne die Schienen der Herkulesbahn.*5

Postkarte: »Zur neuen
Drusel, Winter 1901«.*5

»Gruss aus der Restauration
u. Pension von H. von Vultée, Neue Drusel bei Wilhelmshöhe,
den .......«. Postkarte von ca.
1905.*5

Ca. 1910: Blick von oben auf Druseltalstraße und Neue
Drusel.*5



Drei Aufnahmen von ca. 1960, mit Triebwagen der Herkulesbahn.*17
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Neue Drusel
Die »Neue Drusel« wurde in der Druseltalstraße an
der Herkulesbahn als Gasthaus erbaut und ist nach vielerlei anderer
Nachkriegs-Nutzung seit 1950 wieder als solches unter der Leitung
der Familie Simon erfolgreich in Betrieb. Für die Website des
heutigen Hauses hier
klicken. Einige Zitate aus der historischen Abteilung dieser
Site:
»Das Hotel Neue Drusel
hat in seinen bestehenden Jahrzehnten schon vielen Zwecken, beispielsweise
als Entbindungsheim, Krankenhaus und Truppenquartier gedient. Schon
vor dem zweiten Weltkrieg wurde es als beliebtes Ausflugslokal angesehen.
Familien spazierten aus der Stadt mit Kind und Kegel nach Wilhelmshöhe,
um hier gemütlich einzukehren. Mit der Neueröffnung am 15.
Januar 1950, nach der kriegsbedingten Zweckentfremdung wurde die Neugestaltung
der Gasträume und Zimmer nach selbst entworfenen Plänen
des Eigentümers und bekannten Hoteliers Oskar Simon, durchgeführt.
Da sich das Hotel bereits seit 60 Jahren im Besitz der Familie Simon
befindet und während dieser ganzen Zeit an Grundsätzen,
wie den Gästen nur das Beste zu bieten, festhält, gilt es
als Haus mit Tradition.«
Anzeige
aus einem Fremdenführer von ca. 1910.*5 |
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Gastwirtschaft »Neu-Holland,
Wilhelmshöhe. Bes. H. Hofmann.«
Postkarte von ca. 1905.*5

Postkarte von ca.1910:
»Cassel-Wahlershausen
Villenkolonie im Druseltal«.*5
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Neu-Holland
In der Druseltalstraße, an einer Haltestelle der Herkulesbahn,
entstand zu Füßen des »kleinen Herkules« zwischen
den Anhöhen »Hüttenberg«, »Kleinem Steinkopf«
und »Habichtspiel« die Gastwirtschaft »Neu-Holland«,
in deren Nähe bald eine kleine Villenkolonie wuchs: das auch
heute noch sehr hübsche Neuholland mit der Hüttenberg- und
der Krähhahnstraße.
Anzeige
von ca. 1910.*5 |
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Sonnenhof, Krähhahnstraße 8, Frau Lotte Seel.
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Sonnenhof

Anzeige von
ca.1930.*5
Gibt es das Haus noch?
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Ca. 1955: Die »Gaststätte Silbersee« nordwestlich
des Herkules.*5
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»Gaststätte
Silbersee«,
in den 50er Jahren in Besitz von Alois Hanak, ist auch heute noch
in stark umgebautem und erweitertem Gebäude ein besonders nettes,
kinderfreundliches Ausflugsziel, das nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß
zu erreichen ist. mit guter Küche. Die heutige Besitzerin ist
Margarete Hanak-Huy. |
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Das Herbsthäuschen um 1915.*5
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Herbsthäuschen
Wenn man mit dem Bus der Linie 43 (ab Druseltal, Endhaltestelle
der Straßenbahn-Linie 3) zum »Essigberg« fährt
und am Ausflugslokal »Hohes Gras« vorbei zu Tale schreitet,
stößte man heute noch auf das stark umgebaute, aber immer
noch sehr nette Ausflugslokal »Herbsthäuschen«,
geführt von Frau Heike Röhl.
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Gast- und Pensionshaus »Zur Igelsburg«, 50er Jahre.*5 |
Igelsburg
»Wer recht der Ruhe pflegen
will, / ein Plätzchen
suchet freundlich still, /
dem sei am Habichtswaldesrand /
das Gasthaus Igelsburg genannt. //
Gast- und Pensionshaus zur Igelsburg am Habichtswald
bei Kassel, 466 m.ü.d.M. Post Dörnberg über Kassel
7 Ruf Zierenberg 208 /
Pächter Fritz Lempke«. So steht es auf der Rückseite
der Karte gedruckt. Wer allerdings heute das Schild »Igelsburg
ist keine Gaststätte« übersehen hat, wird von
allerhand Hunden nachdrücklich auf diesen Umstand hingewiesen.
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Zwei Postkarten vom Gasthaus Zeche Marie, 20er Jahre.*5
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Das Gasthaus »Zeche
Marie«,
im Druseltal gelegen, hatte seinen Namen von der nahegelegenen Braunkohlengrube.
Der Besitzer war vor dem 2. Weltkrieg ein »H. Dung«; über
die Geschichte des Hauses ist weiter (noch) nichts bekannt. |
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(Nach oben zum Teil-Inhaltsverzeichnis.)
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Pension Habichtswalderhöhe (Frau Luise Bohl), »Hüttenbergstr.
14«, ca. 1910. Auf dem Haus steht »Erholungsheim«.*5
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Die Pension Habichtswalderhöhe
stand hinter dem Herkules, unweit der Endhaltestelle der Herkulesbahn.
Von diesen Gebäuden sind nicht einmal mehr Reste erhalten. |
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Um 1920: »Erholungshaus Habichtswald«. Postkarte.*5

Privatphoto: Das Gebäude in den 30er Jahren.*20

Postkarte mit Zeichnung des Hauses von 1934: »Preuß.
Beamten-Erholungsheim«.*5

1950: »Kneipp-Kinderheim Haus Habichtswald.«
Beim Klicken auf das Bild öffnet sich ein PDF. Der Prospekt
zeigt viele Bilder und gibt Informationen, die Datei hat aber auch
2 MB.*1
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Das Kinderheim Lauterbad
auf den Höhen des Habichtswaldes, unfern des Golfverein-Hauses.
Das Haus wurde wohl um 1910 errichtet; die ursprüngliche
Funktion habe ich noch nicht ermitteln können, vielleicht war
es von Anfang an das »Erholungshaus Habichtswald«?
Das sehr schöne, im »Stil um 1800« errichtete
Haupthaus diente jedenfalls in den 30er Jahren als Beamten-Erholungsheim.
Bei der Wiederaufnahme des Kurbetriebes in Bad Wilhelmshöhe
wurde es in den 50er Jahren »Kneipp-Kinderheim Haus Habichtswald«.
Der Prospekt ist nebenstehend abgebildet, beim Klicken öffnet
sich ein PDF mit allen 8 Seiten. Das Haus war unter gleicher Leitung
wie das Gesundheitshaus Wilhelmshöhe, die frühere Goßmannsche
Anstalt, also unter derjenigen von Dr. Kluthe.
Heute ist es das »Heil- und Erziehungsinstitut Lauterbad«.
Zum Namen und der Funktion einige Zitate aus der sehr gelungenen
und informationsreichen Website:
»Kinder,
die in ihrer Entwicklung hinter Gleichaltrigen zurückbleiben,
bedürfen zur Entfaltung der auch in ihnen liegenden Fähigkeiten
ganz besonderer Obhut und Sorgfalt in der Erziehung.
Es ist für viele von ihnen schwer,
diese intensive Betreuung in ihren Familien und den
öffentlichen Schulen zu finden. Für diese Kinder mussten
deshalb innerhalb des sozialen Lebens Bereiche entstehen, wo ihren
besonderen Bedürfnissen Rechnung getragen werden kann. Als
ein solcher Ort versteht sich das Heil- und Erziehungsinstitut Lauterbad.
Der Name »Lauterbad« hat seinen Ursprung
in dem kleinen Ort Lauterbad / Schwarzwald, wo im Februar 1950 die
heilpädagogische Arbeit im Institut ihren Anfang nahm. 1958-59
zog die gesamte Einrichtung von Süddeutschland nach Kassel
um; der Name wurde bis heute beibehalten.«
Für die Website des Kinderheims Lauterbad
bitte hier
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»Cassel, Bismarcksäule
am Brasselsberg.« Bild von der rechts genannten Website.
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Der Bismarckturm
Über den Bismarckturm auf dem Brasselsberg, eingeweiht am 9.
September 1904 und immer noch vorhanden, gibt es eine Seite von Herrn
Jörg Bielefeld: »Bismarcktürme
und Bismarcksäulen«.
Hier klicken, um auf die entsprechende Seite mit Bildern
und zahlreichen Informationen zu kommen.
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Brasselsberg, nach 1911: Restaurant Zum Bismarckturm. Erhalten.*5
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Zum Bismarckturm
»Gruss aus Restaurant und Pension
Zum Bismarckturm. Besitzer: Heinr. Vollgraff, Cassel-Wilhelmshöhe.«
Das Lokal steht noch an der heutigen Konrad-Adenauer-Straße
und wird noch bewirtschaftet. Die Herkulesbahn fährt seit 1966
nicht mehr. Hübsch ist ihre Abbildung als Totalretusche auf der
Postkarte. |
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Brasselsberg, ca.1915: Restaurant Steinernes Schweinchen. Erhalten.*5
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Das Steinerne Schweinchen
Ein Lokal schräg gegenüber dem Restaurant »Zum Bismarckturm«,
das dort schon seit etwa 1900 betrieben wird, zunächst von Heinrich
Köther. Heute bietet das sehr gepflegte Haus unter der Leitung
von Familie Nähler ein Hotel, ein Restaurant mit gehobener Küche
und nebenan unter gleicher Leitung einen Brauereigasthof. Auf der
Website des Hotels und Restaurants (hier
klicken) befindet sich auch eine kurze Geschichte des Hauses,
aus der hier zitiert wird: »Das
Hotel-Restaurant »Zum Steinernen Schweinchen« wurde 1864
als Postkutschenstation erbaut.
Gegenüber [...]
befand sich zu damaliger Zeit ein Steinbruch. Dort wurde ein Stein
entdeckt, der eine verblüffende Ähnlichkeit zu einem Schweinerücken
aufwies. Somit war schnell ein Name für die Poststation gefunden.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich das »Steinerne Schweinchen«
zum beliebten Ausflugslokal. [...]
Im 2. Weltkrieg wurde ein Großteil
des Hauses zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte 1951. Danach widerfuhr
dem Haus noch größere Ehren, da bekannte Filmfestspiele
in Kassel im Hotel Reiss abgehalten wurden und [...]
Filmstars wie Rudolf Platte, Hans Moser usw. im »Steinernen
Schweinchen« übernachteten. [...]
Ende der 60er Jahre wurde das Haus gastronomisch
geschlossen. Bis 1994 beherbergte das Haus Asylanten, Sprachenschule,
Gymnasium usw. Die letzten 12 Jahre war es zur Bauruine deklassiert
und vom Keller bis zum Dachboden ausgebrannt. [...]
Familie Nähler kaufte das Anwesen
1994 und brachte, nach einer umfangreichen Renovierung, den Glanz
der alten Zeit zurück.«

Anzeige von ca. 1910.*5 |
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»Café Waldfrieden
Kassel-Wilhelmshöhe
am Brasselsberg«. Zweibild-Postkarte von ca.1920.*7
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»Café
Waldfrieden«
am Brasselsberg. Es wurde bis in die 60er Jahre von der Familie Lose
betrieben. Nach dem Krieg erhielt es einen kleinen Anbau und war bis
in die 70er Jahre Hotel und Pension. Das Haus steht noch nahezu unverändert
in der Brasselsbergstraße 1a. Das Untergeschoss des kleinen
Seitenflügels beherbergte eine Backstube, in der ausgezeichnete
Sahnebeutel entstanden sein müssen. (Für diese hart recherchierte
Mitteilung erneuten Dank an Yannick Philipp Schwarz.) |
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Ca. 1900.*5

Ca. 1920.*5

Ca. 1925.*5

Ca. 1935.*5
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Aussichtsturm
und Restaurant »Hohes Gras«
Wenn man durch den Bergpark, vorbei am Herkules geradeaus durch den
Habichtswald wandert, kommt man erst zum »Essigberg« und
dann zum »Hohen Gras«, der mit 615 Metern über NN
höchsten Erhebung des Naturparks Habichtswald.
Auf dem Hohen Gras steht seit etwa 1900 ein Aussichtsturm, der inzwischen
von den umstehenden Bäumen überragt wird und dessen Krone
von einem Funk-Dingsbums eingenommen wird. Besichtigung ist nur noch
eingeschränkt möglich.
Die Gaststätte Hohes Gras wird geführt von Michael Bröffel
und hat die Telephonnummer 0561-32166. Montag ist Ruhetag. Ganzjährig
geöffnet, kinderfreundlich.
Seit einigen Jahren gibt es dort einen Skilift, was die Gegend im
Winter dem Romantiker nicht unbedingt anziehender macht. Hier
das Link zur entsprechenden Site, die auch Anfahrtsmöglichkeiten
zeigt.
In unmittelbarer Nähe liegt der Truppenübungsplatz Ehlen
- Hohes Gras, von dem durch Klicken auf diesen
Link sonderbare Bilder zugänglich werden. |
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Auf der Website der Universität Kassel wird mit einem ausführlichen
Text auf ein Buch hingewiesen:
»Alfred F. Groeneveld: Im Außenkommando Kassel des
KZ Buchenwald. (Nationalsozialismus in Nordhessen Schriften
zur regionalen Zeitgeschichte, Band 13) Kassel 1991.«
Hier klicken für die Hinweis-Seite der Uni Kassel.
Siehe auch das Kapitel »Villenkolonie«, Unterkapitel
»Außenkommando Druseltal«.

Der »Waldweg« oder »Panoramaweg«. Postkarte
von ca. 1910. Die Perspektive war um 1944 unverändert: Hinter
uns liegt das Goßmannsche Sanatorium, wir blicken rechts auf
die Villenkolonie. Der auffällige Turm gehört zum Haus
Hugo-Preuß-Str. 5. Wenn man den Weg noch 100 m weitergeht,
hat man zur Linken die zunächst errichteten und bis heute erhaltenen
SS-Baracken. Diesen Weg hatten die in den Baracken beschäftigten
Häftlinge täglich zweimal in einer Kolonne zurückzulegen,
bewacht von Mannschaften und Hunden.*5
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Das
»Außenkommando Druseltal« des KZ Buchenwald
»KZ-Häftlinge
bildeten im nationalsozialistischen Ausbeutungs- und Terrorsystem
eine eigene Kategorie, da es, anders als bei den Zwangsarbeitern,
nicht primär um die Ausnutzung ihrer Arbeitskraft ging. In
ihrem Fall war die Arbeit ein Mittel zu ihrer Vernichtung, das zudem
noch Profit abzuwerfen versprach.«
(Heinz Wegener, Untersuchung zur Situation der Zwangsarbeiter in
Kassel im Zweiten Weltkrieg, Juni 2002, www.stadt-kassel.de,
Suchbegriff »Druseltal«)
Aus dem Heft »kassel
..... anders gesehen! Führer zu den Stätten des Widerstands,
der Verfolung und des Krieges (Kasseler Hefte 1)«*15:
»KZ-Außenlager
Druseltal
In Kassel waren nicht nur russische Zwangsarbeiter in Rüstungsbetrieben
und für andere Aufgaben eingesetzt, sondern auch Häftlinge
des KZ Buchenwald.
Im Druseltal [...]
wurde ein Außenkommando mit über 150 Häftlingen
im Sommer 1943 eingerichtet. Aufgabe der Häftlinge war es u.a,
Erd- und Bauarbeiten für Haus, Bunker und andere Anlagen des
Höheren SS- und Polizei-Führers Erbprinz von Waldeck und
Pyrmont auszuführen.
[Josias Georg Wilhelm
Adolf Fürst zu Waldeck und Pyrmont; er gehörte zum »Jungdeutschen
Orden« und war das erste Mitglied des alten deutschen Adels,
das von der SS rekrutiert wurde. * Arolsen 13.05.1896, † Schaumburg
30.11.1967. Die Website des »Simon Wiesenthal Center«
schreibt: »An SS general,
Waldeck-Pyrmont set up the Bureau for the Germanization of
Eastern Peoples. The Buchenwald concentration camp was under
his jurisdiction and he ordered the execution of Karl Koch, Commandant
of Buchenwald, for the crime of profiteering. Sentenced to life
by an American court in Dachau, he was freed because of ill health.«
Siehe auch: Anke Schmeling: »Der Höhere SS- und Polizeiführer
Josias Erbprinz zu Waldeck und Pyrmont«, in: Alfred Groeneveld,
a.a.O.]
Die Häftlinge waren in einem ehemaligen Fabriksaal
untergebracht, in dem die Feldbetten vierstöckig, in Einzelfällen
fünfstöckig übereinander standen. Es waren rund 120
Betten vorhanden, so daß nur wenige zu dritt in zwei Betten
schlafen mußten, wie ein ehemaliger Häftling berichtet.
Die Bewachung dieses Lagers hatte die »grüne
Polizei« übernommen, nicht die SS-Truppe selber. Aber
auch in dieser Situation kam es zu Mißhandlungen von Häftlingen.
Trotz aller Schwierigkeiten gelang es den Häftlingen,
eine illegale Lagerorganisation zu bilden, Kontakte nach außerhalb
des Lagers zu entwickeln und diese zur Beschaffung von zusätzlichen
Lebensmitteln, Postverkehr mit den Angehörigen etc. zu nutzen.
Auch über die tatsächliche militärische und politische
Lage hatten die Häftlinge durch das Abhören eingeschmuggelter
Radioapparate Kenntnis. Im Lager waren deutsche und ausländische
Häftlinge. Insgesamt sieben von ihnen, drei deutschen und vier
sowjetischen Häftlingen, gelang 1943 die Flucht, als sie bei
Bauarbeiten außerhalb des Lagers eingesetzt waren. Zwei von
ihnen wurden jedoch später wieder unter falschem Namen ins
KZ Buchenwald eingeliefert. Dort sorgte die illegale Lagerorganisation
der Häftlinge, an der auch Kasseler Antifaschisten beteiligt
waren, dafür, daß die Flüchtlinge nicht von der
SS wiedererkannt wurden. Dies rettete ihnen das Leben.
Das Kommando Druseltal wurde im Februar/März 1945
aufgelöst und die Häftlinge nach Buchenwald zurückgebracht,
wo sie bis zur Selbstbefreiung des Lagers am 11. April 1945 eingekerkert
blieben.
Baunsbergstraße / An den
Eichen
Die Häftlinge des Außenkommandos Druseltal mußten
an mehreren Stellen der Stadt die Bauten für die SS errichten.
Dazu gehörten nach dem Bericht eines Häftlings:
1. Zwei Baracken für die Höhere Polizei und SS-Führung
[die heute noch vorhandenen Baracken
am Panoramaweg, also oberhalb des Anthoniwegs in Mulang]
2. Die Erfassungsstelle für die Waffen-SS Werra-Fulda
3. Eine Baracke für die Gestapo/SD
4. Eine Baracke für die Ordnungspolizei
5. Eine Baracke für die SS-Maiden
6. Eine Reservebaracke
7. Eine Großgarage
8. Zwei Luftschutzbunker in Form von Stollen, die in die Berge führten
(Bericht Richard Thiele) [Nach Groeneveld
ein Stollen bei den Baracken am Panoramaweg und einer in der Nähe
des Außenlagers in der Druseltalstraße].
Diese Arbeiten, die auch hier in der Gegend verrichtet wurden, fanden
vor den Augen der Kasseler Öffentlichkeit statt.«
Zitat vom »Bildungsserver Hessen«,
http://portal.bildung.hessen.de:
»05.07.1943 In
Kassel-Druseltal wird für Bauarbeiten an SS-Bunkern ein Außenkommando
des KZ Buchenwald mit zunächst 120 zumeist ausländischen
Häftlingen eingerichtet. Als weitere Außenstellen von
Buchenwald firmieren die im Sommer 1944 bei den Sprengstoffwerken
in Allendorf und Hessisch-Lichtenau-Fürstenhagen eingerichteten
Kommandos mit je 1.000 meist ungarischen Jüdinnen aus Auschwitz.«
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Telefax 0561.3105780
mail@kassel-mulang.de
Dank an
Dr.Helmuth Greger
Stadtmuseum Kassel
Herrn Bernd Sieber
Nachweise
*1 Familienarchiv Greger
*2 Sammlung Rolf Lang, Niestetal
*3 Ortsbeirat Brasselsberg (Hg.): Brasselsberg Geschichte
und Anekdoten, Kassel o.J. (ca.1990)
*4 Stadtmuseum Kassel
*5 Sammlung Feyll/Forssman
*6 Wolfgang Hermsdorff, Ein Blick zurück, Reproduktion der HNA-Serie,
zusammeng. m. Registern und Quellenverz. v. Hiltgunde Thiele, Kassel 1992.
*7 Sammlung Sieber, Kassel
*8 Hans-Christoph Dittscheid: Kassel-Wilhelmshöhe und die Krise
des Schloßbaus am Ende des Ancien Régime, Worms 1987.
*9 Gottfried Ganßauge: Die Umgestaltung der Wilhelmshöher
Schloßwache, in: Hessische Heimat, 1. Jahrgang 1951, Heft 1, Kassel
1951.
*10 Paul Heidelbach: Die Geschichte der Wilhelmshöhe, Leipzig
1909
*11 UniversitätsBibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche
Bibliothek der Stadt Kassel
*12 Alois Holtmeyer: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk
Cassel, Kassel 1923
*13 18771977 Dampfbahn, Pferdebahn, elektrische Straßenbahn
Ein Jahrhundert Nahverkehr in Kassel, 3. Auflage, Kassel 1986
*14 Wolfgang Hermsdorff: Kassel 1900 bis heute, 3.Aufl., Kassel 1961
*15 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschisten,
Kreisvereinigung Kassel (Hrsg.): kassel ..... anders gesehen! Führer
zu den Stätten des Widerstands, der Verfolung und des Krieges (Kasseler
Hefte 1), Kassel 1983
*16 W. Döring: Beschreibung des Kurfürstlichen Landsitzes
Wilhelmshöhe bey Kassel. Mit Kurfürstlich Hessischem gnädigsten
Privilegio, Cassel 1804
*17 Archiv Yannick Philipp Schwarz, Kassel
*18
Sammlung K.-P. Wieddekind
*19 Sammlung Dieter Rüsseler
*20 Sammlung H.-W. Hess
*21 Motivschmiede, Kassel (www.Motivschmiede.de)
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