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Friedrich Forssman
Schloßteichstraße 3
34131 Kassel
mail@kassel-mulang.de

Dank und Nachweise am Fuß der Seite.

Bedeutende Mulang-Bewohner
Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931)
Wilhelm Schmidt (1858–1924)
Gustav Henkel (1856–1941)
Luise Greger (1862–1944)
Felix Blumenfeld (1873-1942)

Zu den bedeutenden Mulang-Bewohnern zählen auch viele Kurärzte und Klinikbetreiber, die sich um die Stadt, den Stadtteil und teils auch weit darüber hinaus verdient gemacht haben: Dr. Heinrich Goßmann, Dr. Ludwig Greger, Dr. Helmuth Greger, Dr. Wilhelm Rohrbach, Dr. Moritz Wiederhold, um nur einige zu nennen. Ihr Wirken wird auf der »Kurort«-Seite gewürdigt.


Friedrich Murnau um 1910.*5

Friedrich Wilhelm Murnau (eigentlich: Friedrich Wilhelm Plumpe), deutscher Regisseur, geb. 28.Dezember 1888 in Bielefeld, gest. 11.März 1931 in Santa Barbara (Kalifornien), an den Folgen eines Autounfalles. Von 1892 bis 1898 wohnte die reiche Kaufmannsfamilie Plumpe in der Kurhausstraße, die damalige Adresse war »Rasenallee 143 1/4«.

Robert Plumpe, Friedrichs Bruder, schrieb über das Haus: »Es war ein prächtiges Villengrundstück, das [meinem Vater] mit den umgebenden Ländereien, Pferd, Wagen und Jagd alle Wünsche erfüllte«*5.

1898 zog die Familie in die Elfbuchenstraße 4, Friedrich besuchte die damalige Oberrealschule, die heutige Albert-Schweitzer-Schule. 1902 zogen die Plumpes wieder nach Wilhelmshöhe, in eine Wohnung in einem Schloß-Nebengebäude, der Alten Wache, wo Friedrich bis 1907 wohnte (siehe Wilhelmshöhe und Umgebung). Kindheit und Jugend in unmittelbarer Nähe des Bergparks und dem großbürgerlichen Umfeld der Villenkolonie haben auf Murnaus Filmästhetik gewiß Einfluß ausgeübt.

Wo genau stand das Haus auf dem »prächtigen Villengrundstück« Rasenallee 143 1/4? Wo lagen spätere Kasseler Wohnungen der Familie Plumpe? Eine diesbezüglich Anfrage eines Filmhistorikers hatte ich an den Kasseler Historiker Dr. Christian Presche weitergeleitet, der dazu ausführlich geantwortet hat:

* * *

»Die Quellenlage zu den Häusern der Villenkolonie Mulang (damals zu Wahlershausen gehörend) ist leider relativ schlecht, wobei die Hausstandsregister für das heutige Kasseler Stadtgebiet auch erst um 1908 einsetzen (hier wäre relevant: StadtA KS Bestand A 3.32 HB Nr.396, Kurhausstraße 1-54); im Einzelfall müsste man einmal überprüfen, ob die Angaben auch noch weiter zurückreichen, aber meist dürften nur die 1908 in den Häusern lebenden Personen mit ihren Daten (einschließlich des Einzugs) erfasst sein.

Die Adressbücher (orka.bibliothek.uni-kassel.de) reichen dagegen noch weiter zurück, allerdings mit jenem Problem der Numerierung, die zunächst die Parzellen durchzählte und erst 1904 verändert wurde. Aber für die ungefähre Lage bekommt man damit Anhaltspunkte (so liegt 143 1/4 im Bereich von 143, 143 1/2 etc., weil es sich ehemals um eine einzige Parzelle handelte), und bei gleichen Bewohnern kann man auch über 1904 hinaus eine Kontinuitität ableiten und damit die Häuser identifizieren. Die damalige Rasenallee ist dabei die heutige Kurhausstraße.

I. Das Haus Rasenallee 143 1/4

Für 143 1/4 findet man nun:

  In den Adressbüchern für 1893 (das erstmals die Villenkolonie erfasst) bis 1897 (letztmals) ist unter dieser Adresse jeweils der Kaufmann Plumpe verzeichnet - der Stand ist immer der vom Herbst oder Ende des Vorjahres. D.h., dass die Familie dort mindestens in den Jahren 1892-1896/97 gelebt hat. Vorher gibt es zumindest in den Adressbüchern keine Möglichkeit, dies festzustellen, so dass auch schon ein früherer Umzug in die Villenkolonie möglich ist.
  1893 / 1894 / 1895 / 1896 / 1897   

  Für 1898 (also Stand Nov. 1897) finde ich das Gebäude gar nicht erfasst.

  Für 1899 (Stand Nov. 1898) ist dort eine Höhere Lehranstalt der Villenkolonie verzeichnet (unter »Lehranstalt«). Sie scheint allerdings nicht lange bestanden zu haben, denn:

  Für 1900 (Stand Okt. 1899) finde ich unter dieser Adresse nur die Aufwärterin Elisabeth Wissmann eingetragen, die jedoch kaum das ganze Haus bewohnt haben wird.

  Für 1901 (Stand Okt. 1900) finde ich aufgeführt: »Küneweg, Heinrich, Fuhrunternehmer, 1. OG / Wege, Wilhelm, Buchhalter, 1. OG / Wiskemann, Minna

  Für 1902 (Stand Okt. 1901):
Küneweg, Heinrich, Fuhrunternehmer EG / Scheuer, Moritz

  Für 1903 (Stand Dez. 1902): ebenso

  Für 1904 (Stand Nov. 1903):
Scheuer, Moritz, Rasenallee 142 1/2 (!) diese Nummer ist zuvor nicht zu finden.

  Für 1905 (Stand Okt. 1904):
Scheuer, Maurice, Ingenieur, Rasenallee 46 - die Numerierung ist nun umgestellt. Nr.143 1/2 wird zugleich 1904 zu Rasenallee 41, Nr. 46 genau gegenüber, was die Lokalisierung von 143 1/4 im Groben stützt. 

Eine Unsicherheit besteht zwar darin, dass für 1904 die Hausnummer Scheuers wechselt und zugleich Küneweg nicht mehr in der Villenkolonie verzeichnet ist. Aber: Am Haus Rasenallee 46 hatte ich mich schon immer über die Architektur gewundert, die so gar nicht den üblichen Villen-Bauformen entspricht und eher wie ein öffentliches Gebäude wirkt. Das passt nun aber zu der Höheren Lehranstalt, die in den Jahren 1898/99 bestand, und es passt dazu, dass das Haus im Nov. 1897 gar nicht verzeichnet wurde: Meine starke Vermutung ist, dass das Gebäude, in dem Plumpes zuvor gewohnt hatten, in den Jahren 1897/98 durch einen Schulneubau ersetzt wurde, der 1904 lediglich eine andere Nummer erhielt (ob regulär oder nur irrtümlich im Adressbuch, wage ich nicht zu entscheiden).
  Die Zuordnung, dass die Familie unter der heutigen Adresse Kurhausstraße 46 wohnte, ist auch in der Denkmaltopographie Stadt Kassel III, S.415, zu finden, allerdings wird dort das heutige Gebäude mit dem originalen Wohnhaus der Plumpes gleichgesetzt.

Das Haus lag recht weit abseits der Villenkolonie; im Adressbuch für 1894 sind Nr.139 1/4, 143, 143 1/4, 144, 147 unter »An der Rasenallee« verzeichnet, alle anderen unter »Villen-Colonie (Moulang)«. Das bedeutet: Wir haben einerseits Kurhausstraße 8 (139 1/4) sowie den ökonomiebetrieb der Wiederholdschen Kuranstalt (143), das Plumpesche Haus Kurhausstraße 46 (143 1/4) und die Häuser Kurhausstraße 27 (144) und 30 (147), die (mit Ausnahme von Nr.8) alle südlich der Brabanter Straße liegen, und andererseits die Villenkolonie nördlich der Brabanter Straße. Im Adressbuch für 1893 allerdings sind Nr. 139 1/4 und Nr.143 1/4 der Villenkolonie zugerechnet, was darauf hindeuten könnte, dass auch Nr.143 1/4 ein Villengebäude war, das irgendwie dem Charakter der Kolonie entsprach; dennoch bleibt die Gestalt unsicher.

II. Spätere Wohnungen

Für 1898 finde ich die Familie Plumpe gar nicht verzeichnet, weder in Mulang, noch in Wehlheiden, noch in Kassel:
  1898-1 / 1898-2 / 1898-3

Für 1899 dann im Haus Elfbuchenstraße 4:
  1899-1 / 1899-2
  Im Adressbuch für 1902 (Stand Ende 1901) ist die Familie noch immer im Haus Elfbuchenstraße 4 in Kassel verzeichnet.

Im Adressbuch für 1903 ist sie dagegen in Wilhelmshöhe erfasst (Stand Dez. 1902), im Wachthaus (Nr.2 1/2):
  Dies ist das rote Backsteingebäude mit den Sandsteinsäulen neben dem Schlosshotel [siehe Kapitel Wilhelmshöhe und Umgebung; heute (2020) befindet sich in der Alten Wache ein sehr empfehlenswertes italienisches Restaurant, FF].
Die Wohnung müsste sich damit im Obergeschoss befunden haben, da das EG die Wache enthielt.
Zuletzt noch im Adressbuch für 1905 (Stand Oktober 1904).

Danach zog die Familie wieder nach Kassel, in den Neubau Herkulesstraße 28, 3.OG:
  Link 1 / Link 2
Das Gebäude an der Ecke Prinzenstraße (heute Pestalozzistraße), neben der Bürgerschule 13 (heute Herkulesschule), war gerade erst im Jahr 1904 erbaut worden (zum Gebäude vgl. Denkmaltopographie Stadt Kassel II, S.283f.).
  Zuletzt im Adressbuch für 1907 ist der Kaufmann Heinrich Plumpe in der Wohnung verzeichnet.

Im Adressbuch für 1908 ist er dann als Privatmann in Wahlershausen im Haus Kunoldstraße 43, 2.OG, aufgeführt:
  Wenn sich die Numerierung nicht geändert hat, war auch dieses Gebäude gerade erst erbaut worden, wobei Plumpes im Mansardgeschoss wohnten (zum Gebäude vgl. Denkmaltopographie Stadt Kassel III, S.316).

Genauere Angaben (mit Umzugsdaten) könnte die Kasseler Meldekartei enthalten, die seit neuestem aber ganz für Archivbesucher gesperrt ist:
  StadtA KS Bestand A 3.33 Nr.1 (bis 1900),
  StadtA KS Bestand A 3.33 Nr.2 (ab 1900)

* * *

Der Autor der Website dankt Christian Presche erneut sehr herzlich für diese großartige Recherche!

(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


Dr.h.c. Wilhelm Schmidt.

Bild aus dem nebenstehend erwähnten Buch.
Wilhelm Schmidt (1858–1924), Gründer der »Schmidt’schen Heißdampf-Gesellschaft m.b.H.« in Kassel-Wilhelmshöhe (heute »Alstom Energy Systems SHG GmbH, Kassel). Er wohnte ab November 1891 bei seinem Freund und Förderer Gustav Henkel in dessen prächtiger Villa Kurhausstr.7 und zog im Oktober 1898 in ein eigenes Haus in der Kurhausstr.3. Beide Häuser sind in bestem Zustand erhalten. Das »Heißdampf-Prinzip« dieses inspirierten Erfinders, tief gläubigen und allseits geehrten Menschen erhöhte den Wirkungsgrad von Dampfmaschinen beträchtlich und war ein internationaler Erfolg; die Zahl seiner Patente geht in die Hunderte. Über ihn ist erschienen: Gerhard Eggers: Wilhelm Schmidt – Lebensbild eines großen Erfinders. Zu haben bei: Stadt Wegeleben, Markt 7, 38828 Wegeleben. Und hier ein Link auf eine Predigt von Erdmute Wittmann, in der es um Wilhelm Schmidt geht.


Firmenmarke der »Heißdampf-Gesellschaft«

(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


Gustav Henkel.
Bild aus G.A.Stör, »Die Herkulesbahn in Kassel«.
Gustav Henkel, der Erbauer der Villa Henkel, Kurhausstraße 7. Ein langer Bericht von Gustav Henkel zu den ersten Jahren der Villenkolonie und seinen dortigen Aktivitäten: Bitte hier klicken.

Henkel »wurde am 22. Juni 1856 in Hemeln an der Weser geboren. Durch seine Vorfahren seit Generationen betriebene Mahl- und ölmühle kam er sehr früh mit maschinellen Einrichtungen in Berührung, was seine Begabung für technische Dinge hervorbrachte. Im Jahre 1870 kam Gustav Henkel nach Kassel, wo er 1878 vor allem aufgrund seiner Patente auf den Gebieten des Dampfmaschinenbaus, von Hebezeugen und des Transportwesens die Firma Beck & Henkel gründete, die vor allem Dampfmaschinen und Kraftanlagen baute. Er war befreundet mit Wilhelm Schmidt, dem »Schöpfer der Heißdampf- und Hochdrucktechnik«. 1894 baute Henkel die erste Heißdampfmaschine.
  Nicht nur auf den Gebieten des überhitzten Dampfes und der Abwärme war Henkel Pionier, sondern auch auf dem Gebiet der Elektrotechnik. 1892 erbaute er in Wilhelmshöhe ein Elektrizitätswerk. Im Henkelschen Elektrizitätswerk in der Hunrodstraße wurden die Dampfmaschinen mit Heißdampf betrieben, und die Abwärme diente zur Beheizung des Palmenbades und des Gewächshauses. Gustav Henkel wirkte auch jahrzehntelang im öffentlichen Leben mit. So war er unter anderem als Beigeordneter und als Vertreter des damaligen Kasseler Oberbürgermeisters tätig. Unter seinem Einfluß wurden das Lossekraftwerk, die Lutherkirche und die Christuskirche gebaut. Auch war er lange Zeit im Kirchenvorstand Wilhelmshöhe tätig. Gustav Henkel starb im Alter von 85 Jahren am 29. Dezember 1941.
«
(Text und Bild von »www.herkulesbahn.de«)

Siehe auch die Kapitel »Herkulesbahn« und »Kurort Wilhelmshöhe / Palmenbad«.

(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)


Luise Greger.*1


Luise Greger mit Enkeln und Personal in Wilhelmshöhe, ca. 1900.*1

Luise Greger (1862–1944) war eine bedeutende Komponistin, deren Werk zur Zeit in den USA zunehmende Beachtung findet. Sie stammte aus einer einflußreichen Greifswalder Familie; Ihr Vater war Fabrikbesitzer und Senator, später Gründer der Kasseler Herkules-Brauerei. In der Familie hat sich die Geschichte erhalten, daß Luise aufgrund ihrer gesellschaftlichen Kontakte als Wunderkind am Zarenhof aufgetreten ist.

In Greifswald bekam sie ihre Ausbildung in Klavierspiel und Komposition durch den ehemaligen Musikdirektor Bemmann, danach ging sie nach Berlin und nahm Gesangs-Unterricht bei Hedwig und Albert Wolf. Anscheinend stand sie auch mit Richard Strauss in Verbindung. Sie heiratete in Berlin den Arzt Dr. Ludwig Greger und wohnte mit ihm in der Matthäikirchstraße 19, wo auch 1889 ihr Sohn Helmuth Greger geboren wurde.

Ludwig Greger zog mit seiner Familie nach Mulang, wo er das Sanatorium Dr. Greger gründete. Nach dem Tode Ludwigs übernahm Helmuth das Institut. Dieser ebenfalls hochmusikalische Mann ließ auch in der öffentlichkeit seinen schönen Bariton hören, beispielsweise auf der Jubiläumsveranstaltung des Ärztevereins am 26. April 1923 im Kasinosaal in der Wolfsschlucht.*4 Luise Greger war auch die Urgroßmutter des heute in der Wigandstraße praktizierenden Kurarztes Dr. Helmuth Greger (des Enkels von Helmuth Greger, der 1939 verstarb).

Luise Greger lebte bis in die vierziger Jahre im Hotel Schombardt, Wilhelmshöher Allee 259, Ecke Landgraf-Karl-Straße, das erhalten ist*4 (Siehe auch das Kapitel »Kurort Wilhelmshöhe« und dort »Klinik Dr. Greger« sowie das Kapitel »Wilhelmshöhe«, wo unter »Hotels und Gaststätten« das Hotel Schombardt am Bahnhof Wilhelmshöhe zu finden ist.)

Musik von Luise Greger (Link zum Anklicken; Website mit Tondateien):
»Sophie’s Daughters: A Digital Library of German Women’s Music«. Diese Site ist unlängst um weitere Dateien erweitert worden - das Interesse an Luise Greger ist in den USA erfreulich groß; Ende 2003 gab es Veranstaltungen und Konzerte.

Textdokumente zu Luise Greger (durch Klicken auf die Titel gehen Bildfenster auf):
»Deutschlands bedeutendste Tondichterin« von Wolfgang Hermsdorff, HNA vom 24.12.1982.*4
»Luise Greger zu ihrem 70. Geburtstag am 27. Dezember«, von 1932, Quelle unbekannt.*6
»Erinnerungen an Luise Greger« (Frauen-Empfang der Stadt Kassel 1993), HNA vom 17.06.1993.*6
»Eine erfolgreiche Märchendichtung« (zum Märchenspiel »Gänseliesel«), Pfalz- Lothringische Mitteilungen Nr. 1/1934.*6

(Nach oben zum Inhaltsverzeichnis.)

Photo von ca.1935, wohl im Garten des Hauses: »Dr. Blumenfeld / Lisel Löser / Tante Thekla (Grünbaum?), Frau Blumenfeld«. Hinten das Luisenhaus, Druseltalstr.*2

Ca.1930: Privatpostkarte von Felix Blumenfeld mit seinem »Haus Heimgarten«, Hugo-Preuß-Str. 21 und einer von ihm gedichteten Lobpreisung des Hauses. *2
Dr. Felix Blumenfeld (1873-1942) wohnte in der »Fürstenstraße 21«, in einem heute nicht mehr existierenden Haus, das auf dem Grundstück Hugo-Preuß-Straße 35 gestanden hat. Dort gibt es ab dem 2.11.2012 einen »Stolperstein«, der an ihn erinnert.
  »In einem Blick in das vergangene Jahrhundert erinnerte Dr. Herberg an die Errungenschaften der Kinderärzte bis 1933. Fast die Hälfte aller damaligen Kinderärzte wurden mit Machtantritt der Nationalsozialisten aus ihren Stellungen und dem Beruf entlassen. Ihr Schicksal ist in dem Buch »Kinderärzte 1933–1945« von Prof. Seidler gesammelt worden. Dort wird auch Dr. Felix Blumenfeld erwähnt, der sich 1901 in Kassel als Kinderarzt niederließ, kurz danach eine der ersten und erfolgreichsten Milchküchen sowie Säuglingsfürsorge- und Beratungsstellen Deutschlands einrichtete und 1909 erster Ärztlicher Direktor des Kinderkrankenhauses Park Schönfeld wurde. Um der Deportation zu entgehen, beging er 1942 Selbstmord, er ist auf dem Jüdischen Friedhof begraben. Die Stadt hat ihm eine Straße in Harleshausen gewidmet, sein Name wird beim Ausrufen der Haltestelle auf der Ahnatalstraße somit immer wieder genannt.«
(Text von der Website des Klinikums Kassel. 2020: Der Text ist offenbar nicht mehr online.)

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Dank an
Dr.Helmuth Greger
Christian Siebert
Stadtmuseum Kassel, Dr.Alexander Link
Archiv Frau und Musik, Frankfurt am Main, Frau Teresa Blaszke
Dr.Christian Presche

Nachweise
*1 Familienarchiv Greger
*2 Stadtmuseum Kassel
*3 Sammlung Feyll/Forssman
*4 Wolfgang Hermsdorff, Ein Blick zurück, Reproduktion der HNA-Serie, zusammeng. m. Registern und Quellenverz. v. Hiltgunde Thiele, Kassel 1992.
*5 Stadtsparkasse Kassel (Hg.): Friedrich Wilhelm Murnau – ein großer Filmregisseur der 20er Jahre, Kassel 1981
*6 Archiv Frau und Musik, Frankfurt am Main